Jahresbericht 2014

Unsere Stiftung und ihre Geschichte

Die Dr. Wolfgang und Sigrid Berner- Stiftung, wurde 2003 als rechtsfähige Stiftung, aus dem Privatvermögen von Dr. Wolfgang Berner (1933-2003) und seiner Frau Sigrid (1934-2007) errichtet. Sie engagiert sich für kranke und behinderte Kinder und Jugendliche, in Frankfurt am Main und Umgebung, auf den unterschiedlichsten Gebieten.

Der Stiftungszweck ergab sich aus der Biografie der Eheleute. Beide, die sich schon seit ihren Kindertagen kannten, erlebten in ihrem Elternhaus eine tiefe Prägung aus christlicher Überzeugung. Besonders zeigten sie sich vom sozialen Engagement ihrer Eltern in der evangelisch-methodistischen Gemeinde in Frankfurt am Main beeindruckt, die dort in der Nachkriegszeit Bedürftigen in vielfältiger Weise halfen. Die Spuren von Teilgeben und Teilnehmen ziehen sich deshalb wie ein roter Faden durch ihr Leben. Als die gemeinsame Tochter nach vier Monaten verstarb und die Ehe kinderlos blieb, wurde der Grundgedanke für die spätere Gründung einer sozialen Stiftung gefasst.

Die Eheleute Berner fühlten sich ihrer Geburts- und Heimatstadt besonders verbunden. Dr. Wolfgang Berner betrieb hier über vierzig Jahre eine Steuerberatungskanzlei. Kompetenz und Menschlichkeit verhalfen ihm zu großen wirtschaftlichen Erfolgen. Sigrid Berner war über eine lange Zeit bei und für die ‚Zontas‘ aktiv, zeitweise auch deren Präsidentin.

Im Zusammenhang mit der Eintragung der Berner-Stiftung in das Goldene Stifterbuch der Stadt Frankfurt am Main, im Jahre 2005 übergab Sigrid Berner die erste Zuwendung, im Sinne des Stiftungszweckes. Für ihr soziales Engagement wurde Sigrid Berner mit dem Bundesverdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Durch den all zu frühen Tod der beiden Stifter konnten sie die positive Entwicklung ihrer Stiftung nur kurz begleiten.

Stiftungsleistungen 2014

Interdisziplinäres Forschungsprojekt zur Therapie der Rechtschreibeschwäche (LRS, Legasthenie)

In unserem Jahresbericht 2013 hatten wir die Thematik wie folgt geschildert und bringe sie in Erinnerung:

Lese- und Rechtschreibeschwäche ist bei Kindern und Jugendlichen eine massive und lang andauernde Störung des Erwerbs der Schriftsprache. Als Ursache werden eine genetische Disposition sowie Probleme bei der auditiven und visuellen Wahrnehmungsverarbeitung, angenommen. Die Störung tritt isoliert und erwartungswidrig auf, d.h. die schriftsprachlichen Probleme entstehen, ohne dass es eine plausible Erklärung wie eine generelle Minderbegabung oder eine schlechte Beschulung gibt. Der Bundesverband Legasthenie und Diskalkulie geht davon aus, dass in Deutschland 4% (die Dunkelziffer ist sicherlich höher) der Schüler betroffen sind. Bei frühzeitiger Erkennung können die Probleme meist kompensiert werden, je später eine Therapie einsetzt, desto geringer sind in der Regel die therapeutischen Effekte.

In einem Kooperationsprojekt zwischen dem Fachbereich Neuere Philologien (Institut für Psycholinguistik) und dem Fachbereich Medizin (Psychosomatik und Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter) beginnen Prof. Dr. phil. Thomé und Frau Prof. Dr. med. Freitag mit einer von der Ethik-Kommission genehmigten Studie zur Therapie und Verbesserung der therapeutischen Maßnahmen zur Rechtschreibeschwäche. Von diesem Projekt werden entscheidende Impulse für die Theorie und Praxis im Interventionsbereich erwartet. Das Vorhaben ist auf zwei Jahre ausgelegt. Bis zu 200 Probanden nehmen daran teil.

Das Forschungsprojekt geht 2014 nunmehr in sein zweites Jahr. Das Zwischen-ergebnis resp. die bisher aus dem Forschungsprojekt gewonnen Erkenntnisse sind in einem Buch mit einer Reihe von Aufsätzen der beteiligten Wissenschaftler veröffentlicht worden, in der die Berner Stiftung als Förderer erwähnt wird. Die uns zur Verfügung gestellten Frei- Exemplare, haben wir sofort an die Leitungen der Förderschulen weitergegeben.

Die Berner-Stiftung hat gemäß der getroffenen Vereinbarung, die zweite und letzte Rate für das IRS-Projekt zur Verfügung gestellt.

Palliative Care für Kinder - Pflegen in der Tabuzone - Die mobilen Kinderkrankenschwestern in der Diakonie Frankfurt werden von der Berner Stiftung weiter unterstützt

Als uns das Projekt Palliative Care für Kinder 2010 vorgestellt wurde, haben wir uns sofort für die Anschubfinanzierung entschieden und unterstützen diese segensreiche Einrichtung bereits im 5. Jahr. 

Chronisch kranke, häufig auch mehrfach behinderte Kinder, die bereits seit ihrer Geburt an lebensverkürzenden Krankheiten leiden, sind nach Krankhausaufenthalten wieder bei ihren liebevollen, jedoch medizinisch-fachlich, sowie seelisch überforderten Eltern und Geschwistern untergebracht und benötigen dringend die professionelle Hilfe und palliative Kompetenz.

Frau Busch, Kinderkrankenschwester und stellvertretende Leiterin, hat 2014 mit der zusätzlichen Palliativ-Ausbildung begonnen. Außerdem besucht Frau Busch auch noch theoretische und praktische Seminare zum Thema „Pflege von schwerstkranken und beatmeten Kindern und Jugendlichen“.

Die Nachfrage und die Beanspruchung der Dienste der Mobilen Kinderkranken-schwestern sind unverändert hoch. Auch vor dem Hintergrund der derzeitigen starken Zuwanderung von Flüchtlingen und anderen ethnischen Gruppen aus den osteuropäischen Gebieten in das Rhein-Main-Gebiet, ist mit einer weiteren hohen [].

Schülerinnen und Schüler der Viktor-Frankl-Schule üben sich in der Selbstverteidigung

Gerade Kinder und Jugendliche mit körperlicher und motorischer Behinderung sind im öffentlichen Raum ständig durch gleichaltrige Rowdies, unkontrollierbaren Gefahren ausgesetzt. Hänseleien in der U-Bahn, anrempeln auf den Gehwegen und vieles mehr, machen ihnen das Leben noch schwerer, als es nun einmal schon ist.

In der Viktor-Frankl-Schule steht schon seit Jahren das Thema Selbstbehauptung und Selbstverteidigung in allen Klassen auf dem Stundenplan. Um jedoch der immer schwieriger werden Situation in der Öffentlichkeit noch mehr Rechnung tragen zu können, hat man sich entschlossen, professionelle Hilfe von besonders geschulten Fachkräften ins Anspruch zu nehmen. Neben den reinen körperlichen Tricks, sich als Behinderter verteidigen zu können, wird in den Lehrstunden auch psychologisches Rüstzeug, zur Stärkung der Persönlichkeitsfindung, vermittelt.

Da die Kurse dazu von der Schule nur unzureichend bezuschusst werden wurde die Berner Stiftung um Unterstützung gebeten. Das Projekt wurde bezuschusst.  

Musikalische Förderung Sehbehinderter

Schülerinnen und Schüler der Hermann- Herzog Schule erhalten professionellen Musikunterricht durch die Band „Blind-Fundation“

Blinde und sehbehinderte Menschen entwickeln und das ist eine Binsenweisheit, in anderen Sinnesbereichen eine hohe Sensibilität, was ihnen nicht nur hilft, den Alltag zu meistern, sondern auch andere Welten zu öffnen, die sie reicher machen. Die Musik ist dafür ein hervorragendes Beispiel.

Seit Jahren gibt es in Frankfurt schon die „Blind-Fundation“, eine aus sehbehinderten und blinden, professionellen Musikern bestehende Band, deren Auftritte bei den unterschiedlichsten Anlässen stadtbekannt sind. Neben zwei auf der Blindenuniversität in Marburg als Musikwissenschaftler und Interpreten ausgebildeten Musikern gehören drei weitere blinde Musikenthusiasten zur der Gruppe, die insbesondere moderne Musik und Jazz zur ihrer Profession gemacht haben.

Die Hermann Herzog Schule hat nun die Gruppe engagiert und steuert damit nicht nur den Musikunterricht in der Schule, sondern zeigt auch beispielhaft, dass begabte Sehbehinderte in der Musik durchaus eine berufliche Zukunft finden können.

Auch hier wiederum sind die Mittel der Schule für ein solches Unternehmen begrenzt, ohne die Bezuschussung von mehreren Stiftungen ist das Projekt nicht zu stemmen. Die Berner-Stiftung beteiligte sich dabei mit einem Beitrag.

Die Integrative Schule Frankfurt

Ein wunderbares Beispiel für die Pädagogik der Vielfalt, Behinderte und Nichtbehinderte leben und lernen gemeinsam

Unter der Trägerschaft der Ev. Frz- ref. Gemeinde, im Evangelischen Regionalver-band, Frankfurt, wurde 1985 die Schule als ein Pilotprojekt für tatsächlich gelebte Inklusion gegründet und hat sich als ein Leuchtturm für Integration entwickelt.

Die als Ganztagsschule-Grundschule betriebene relativ kleine Einrichtung stahlt eine gelassene Ruhe aus. Schülerinnen und Schüler sind eins mit den Lehrinnen und Lehrern. Auch die Eltern bringen sich aktiv ein. Das Konzept Leben und Lernen in einer von gegenseitigem absolutem Vertrauen getragenen Gemeinschaft verdient eine hohe Wertschätzung.

Die Berner Stiftung hat die Mittel für die Anschaffung eines Light-Scouts, das ist ein Gerät zur Schriftvergrößerung von Sehbehinderten und eine Reitbank, ein im Turnunterricht eingesetzte Bank, bereitgestellt.

Osterferienprojekt 2014 der FEM

Motto: Theater, Theater - zeig, was in dir steckt!

Die Unterstützung des Osterferienprojekts der FEM ist für die Berner Stiftung schon zur Tradition geworden. Das erste Projekt hat noch unsere Stifterin angeschoben. In enger Zusammenarbeit mit dem Schauspiel Frankfurt wurden in der Zeit vom 14. bis 25.April 2014 Workshops in der realen Bühnenwelt veranstaltet. Die Mädchen bekamen hautnah die Arbeit hinter den Kulissen mit. Konzipieren der Bühnenbilder, Masken und Garderoben, Bekleiden und Schminken der Darsteller, Lichteffekte und Ausleuchtung während der Aufführung und viele mehr. Das hat selbstverständlich dazu angeregt, selbst Theater zu spielen. Zusammen mit der Theaterpädagogin des Schauspiels Frankfurts wurde dann ein kleiner Sketch einstudiert, der dann am 25. April im Mädchenhaus bei der Abschlussfeier vor vielen eingeladenen Besuchern unter großem Applaus aufgeführt wurde.

Die Berner-Stiftung, die auf das Osterprojekt der FEM „abonniert“ ist, hat dies bezuschusst.

WIZO GRUPPE Frankfurt am Main

Auch 2014 haben wir die WIZO Gruppe Frankfurt am Main in ihrer Arbeit für Kinder, gleich welcher Hautfarbe und Religion unterstützt. Mit zwei Patenschaften tragen wir dazu bei, dass bedürftige, teils elternlose, durch Kriegseinwirkungen traumatisierte Kinder wieder ein Zuhause und eine Schulausbildung bekommen.

Die weltweit und besonders von Frankfurt aus, tätige jüdische Organisation von engagierten Frauen wurde von der Berner Stiftung unterstützt.

Kammerkonzert in der Schillerschule

anlässlich der feierlichen Übergabe von zwei Musikinstrumenten - eine weitere Gemeinschaftsveranstaltung beider Stiftungen

Wie bereits im Bericht der Neumann Stiftung ausführlich dargelegt, wurden Olivia Lehmann eine wertvolle Violine und Jonas Höller eine Stomvi-Trompete im feierlichen Rahmen des Kammerkonzert am 18. November 2014 in der Aula der Schillerschule übergeben.

Zu einem solchen besonderen Anlass gehört auch immer ein der Feier angemessenes Get - together. Da die Schillerschule selbst über keinerlei Service-Möglichkeiten verfügt, haben wir einen Dienst beauftragt, der in der großen Pause mit einem Getränke-Buffet und Brezeln zur Verfügung stand. Einschließlich weiterer Kosten für Fotografin, Garderobenfrau, Fotoabzüge, Blumengeschenke und ähnliches wurden dafür von der Berner Stiftung die Mittel zu Verfügung gestellt.

Daneben wurden einige Kleinstprojekte unterstützt die hier nicht näher zu erwähnen sind.